Freitag, 15. August 2014

Ein alter Brauch ...


... ist in den letzten Jahren in meiner Pfarrgemeinde wieder aufgelebt: Die Weihe von bunten Kräutersträußen an Mariä Himmelfahrt.



Traditionell werden für die Sträuße Heil- und Würzkräuter (z. B. Alant, Arnika, Baldrian, Beifuß, Beinwell, Bergbohnenkraut, Echtes Eisenkraut, Echtes Johanniskraut, Engelwurz, Fenchel, Frauenmanel, Haselnuß, Herzgespann, Kamille, Königskerze, Lavendel, Leinkraut, Liebstöckel, Mädesüß, Majoran, Mariendistel, Melisse, Odermenning, Pfefferminze, Rainfarn, Raute, Salbei, Schöllkraut, Seifenkraut, Spitzwegerich, Thymian, Wegwarte, Wermut, Wilder Oregano [= Donnerkraut]), Blütenpflanzen (z. B. Goldrute, Lilien, Ringelblume, Rosen), aber auch Getreide verwendet. Durch die klimatischen Bedingungen haben sich die Blütezeiten der früher verwendeten heimischen Kräuter zum Teil verschoben und auch neue Pflanzen, z. B. Echinacea purpurea, haben Einzug in die Kräutersträuße gefunden. Pflanzen mit Dornen und giftige Pflanzen dürfen nicht in den Kräutersträußen verwendet werden.
Die Sträuße sollten in früheren Zeiten Mensch, Vieh und Haus vor Unheil wie beispielsweise Krankheit, Unglück, Verzauberung, Unwetter und Feuer schützen. Der Brauch geht wohl auf eine Legende zurück, nach der die Jünger in Marias Grab statt ihres Leichnams nur Blüten und Kräuter vorfanden.
Die Anzahl der verwendeten Kräuter orientiert sich an "heiligen" Zahlen und kann regional unterschiedlich sein, mindestens 7 Kräuter müssen es sein. 7 steht für Vollkommenheit, die Sakramente und die Schöpfungstage, 9  ist die Zahl der Dreifaltigkeit (3 x 3), 12 erinnert an die Apostel und 14 an die Nothelfer ... Bis zu 99 verschiedene Kräuter und Pflanzen, die als Heil- und Nahrungsmittel dienten, finden sich in alten Schriften.

Im Klostergärtchen finden sich Kräuter im Überfluß und so habe ich den fleißigen Binderinnen meiner Pfarrgemeinde großzügig Kräuter zur Verfügung gestellt. Da aber noch immer mehr als genug von allem vorhanden war, habe ich kurz entschlossen für Familie, Freunde und Nachbarn selbst Kräutersträußchen gebunden.



Da es viel geregnet hat, mußte ich die Kräuter zuerst auf einem Handbuch ausbreiten und abtrocknen lassen.



Verwendet habe ich Blutweiderich, Eberraute, Eisenkraut, Knolauch, Königskerze, Pfefferminze, Pfirsichsalbei, Rosmarin, Rutenhirse, Salbei, Schafgarbe, Currykraut und Ysop.









Entstanden sind 5 Sträußchen mit 9 Kräutern und 2 Sträußchen mit 12 Kräutern.



Jetzt tränen zwar die Augen von den ätherischen Ölen, aber das nehme ich gerne in Kauf, denn als Entschädigung duftet die Wohnung herrlich nach Kräutern ...



Habt ein schönes Wochenende!


Donnerstag, 3. Juli 2014

Zu Besuch in Hessen ...


Nachdem unsere hessischen Gartenfreundinnen schon häufiger in Rheinhessen zu Besuch waren, sind wir am Sonntag einer Einladung in den Taunus gefolgt. Der Wettergott hat uns allerdings ein wenig im Stich gelassen und es hat zwischendurch immer mal wieder geregnet.


Für den ersten Garten ist aufgrund schwieriger Bodenverhältnisse eine Neugestaltung geplant. Viele Pflänzchen befinden sich zur Zeit in Töpfen. Das kenne ich ja nur zu gut und ich habe mich direkt heimisch gefühlt ... Eine Regenpause haben wir gleich zur Besichtigung genutzt ...







... bevor wir an der liebevoll vorbereiteten Kaffeetafel Platz nahmen, zu der einige von uns mit Köstlichkeiten beigetragen haben.



Anschließend ging es weiter zum nächsten Garten, der, inspiriert durch viele Englandbesuche, als Cottagegarten angelegt ist. Getrennt vom Hausgarten gibt es unterhalb noch einen "Acker", den wir zuerst besucht haben. Hier findet sich ein vielfältiges Angebot an Obst und Gemüse.





Wie schön, daß auch dem Schmalblättrigen Weidenröschen (Epilobium angustifolium) hier ein Platz gewährt wird ...



Da es nach dem Besuch des Obst- und Gemüsegartens heftig zu regnen anfing, gab es erst mal eine kleine Stärkung, u. a. mit blauen Kartoffelchips.



Ein paar Eindrücke aus dem Cottagegarten ...

















Montag, 9. Juni 2014

Das Klostergärtchen erwacht ...


... tagsüber große Hitze ... da genieße ich gerne die Stille und Morgenfrische und spaziere mit einer Tasse Kaffee zu sehr früher Stunde durch das erwachende Klostergärtchen ...





Blauer Lein und Salvia nemerosa Amethyst sind eine Liaison eingangen ... mir gefällt sie. :-)



Im kleinen Schattenbeet habe ich wieder Blüten von Geranium phaeum Samobor entdeckt ... ausdauernd blüht Aquilegia skinneri ...





Die Entfaltung des einjährigen gefüllten Mohns fasziniert mich immer wieder ...



... zu seinen Füßen Geranium Rozanne.



Am Weg zum Obst- und Gemüsegärtchen ... Hosta Fragrant Bouquet, Hosta Ghost Spirit und die Blüte von Purple and Gold.



Stanwell Perpetual



Die Staudenumrandung der beiden Gemüsebeete hat sich schön entwickelt, zur Zeit blühen am Rand des großen Gemüsebeetes Verbascum phoeniceum, die Hemerocallis Dreams of Heaven und Salvia verticillata Purple Rain.



Die Johannisbeeren sehen zum Reinbeißen aus, sind aber noch zu sauer ... die Brombeeren blühen reichlich.



Erntebereiter Salat ... die neu gepflanzten Salat- und Kohlrabipflänzchen halten sich wacker in der Hitze.



Die Physalis im kleinen Gemüsebeet mickert eher ... sie ist extrem niederig, bekommt gelbe Blätter, allerdings ist sie sehr buschig, blüht reichlich und hat schon viele Mini-Früchte. Mal sehen, ob die Neuaustriebe in die Höhe wachsen wollen ...



Erste Blüten in der Umrandung des kleinen Gemüsebeetes ... Coreopsis grandiflora Sunray und Veronica longifolia Pink Damask mit tollen Blüten, Anthemis tinctoria Sauce Hollandaise ist kurz vorm Aufblühen ...



Ob es wohl derselbe Nachtigall-Grashüpfer ist, der sich letzthin auf einer Blüte von Geranium Apfelblüte gesonnt hat?



Auch im Rebenbeet blüht Aquilegia skinneri noch ausdauernd neben Salvia nemerosa Caradonna und einer namenlosen orangeroten Strauchrose.



Im Kräuterbeet blüht Lilium regale mit starkem (!) Duft.



Meine letzte Collage aus dem morgentlichen Klostergärtchen widme ich einem liebenswerten Menschen, dessen plötzlicher Tod mich zutiefst getroffen und schockiert hat ... ein Semps-Freund, mit enormem Engagement für Semperviven ... kompetent, immer freundlich, ansprechbar und hilfsbereit ... der die Nachteule Chalisa manchmal bis spät in die Nacht ausgehalten und der auch schon mal eine Nachricht des Inhalts "kommt noch was, oder darf ich ins Bett ? ;-)" geschickt hat ... er wird mir sehr sehr fehlen ...



Habt einen schönen Pfingstmontag !

Chalisa