Freitag, 1. Oktober 2010

Semperviven in allen Ecken ... - Teil 2

Da der Samstagabend etwas lang geworden war, wurde die Nacht etwas kürzer und am Sonntagmorgen brauchte ich erst einmal einen kräftigen Kaffee, um richtig wach zu werden. Schnell verging die Zeit, bis meine Gartenfreundin, die mich wieder mit ins Rheinhessische nahm, an der Tür klingelte. Der 2. Tag des Jahrestreffens konnte beginnen. Hurra, Sempervivum und Jovibarba - ich komme.

Zuerst mußte allerdings der Kofferraum von den Kisten und Körben mit den gestern erworbenen Herrlichkeiten sowie der Geschenkekiste einer hessischen Gartenfreundin ausgeladen und schon einmal im Garten deponiert werden. Welch Fehler - schuf dies doch jede Menge Platz für Neues ...


Garten Nr. 1 in Wöllstein

Hier kann man einen artenreichen Stauden- und Gehölzbestand bestaunen.
Bei Haus und Garten handelt es sich um ein ehemaliges bäuerliches Gehöft und die Gartenbesitzer haben viel Altes, z. B. Pflastersteine und Futtertröge, integriert. Hof und Garten bekommen damit eine ganz besondere Atmosphäre.

Tritt man durch das Hoftor, gelangt man zuerst in einen Schattenbereich, der geheimnisvoll anmutet. Bei dem ein oder anderen Fleckchen frage ich mich unweigerlich, ob denn da nicht eine Waldelfe wohnt.






Zwischen einer erhalten gebliebenen Scheune und altem Gemäuer befindet sich ein schöner Hof mit südländischem Flair.




Geht man weiter, gelangt man durch einen Torbogen in den riesigen Staudengarten. Jetzt im Herbst explodieren hier die Beete in einem gewaltigen Farbfeuerwerk. Die teils sehr gewagten Farbkombinationen sind sehr gut gelungen und man sieht, daß die Gartenbesitzer "ein Händchen" dafür haben, wie man so schön sagt. Die folgenden Bilder und Gartenansichten vermitteln zumindest einen kleinen Eindruck dieser Farbgewalt.









Die Gartenbesitzer verkaufen Pflanzenraritäten aus eigener Vermehrung und haben für uns einen kleinen Stand aufgebaut. Ja, wer soll da denn widerstehen??? - Also mein Garten ist nun jedenfalls wieder um ein paar Pflänzchen reicher ...



Die Besucher aus dem Norden haben sich schon wieder auf den Heimweg begeben, während eine kleine Gruppe sich nach einem leckeren Mittagessen noch zu einem Gartenbesuch in Hessen aufgemacht hat.


Garten Nr. 2

Zu Besuch  bei GRÜNZEUX
(Hier geht's zu Grünzeux' Webseite.)

Der Garten mutet moderner an und hier findet sich Sempervivum und Co. in jeder Ritze. Mit viel altem Krempel ist der Garten liebevoll gestaltet.






Sempervivum in allen Farben und Formen lassen das Semper-Herz höher schlagen.








In einem kleinen Gartenbereich findet sich eine Semperviven-Sammlung und in einem Schuppen warten Gefäße und "Krempel" in allen Variationen darauf, bepflanzt zu werden.




Ein kleiner Teich findet sich hier ebenso wie ein Senkgarten.


Selbst einem Insektenhotel steigen Semperviven auf's Dach.


Neben unzähligen Semperviven fehlen aber auch andere Stauden nicht und hier scheint der Herbst noch keinen Einzug gehalten zu haben.



Der Tag neigt sich dem Ende entgegen und hier der letzte Blick auf die "Immerlebenden" bevor es dann dunkel wurde.


Zwei Gärten, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Doch jeder für sich ein "Traumgarten". Wie immer nimmt man die ein oder andere Gestaltungsidee für den eigenen Garten mit nach Hause.

Und wie man hier sehen kann, nicht nur die ein oder andere Gestaltungsidee, sondern gleich auch noch ein paar Pflänzchen. Hier sind also meine neuen Kostbarkeiten für den Garten. Daß es dann so viele neue Semperviven wurden, dafür kann ich nichts. Ich habe Lose für die Tombola in MajoRahns Garten erstanden und da jedes Los ein Gewinn war, sind - trotz dem Teilen der letzten Lose mit einem anderen Teilnehmer - doch ein paar mehr hinzugekommen.



Damit ging ein wundervolles Wochenende zu Ende, an dem ich viele nette Semps-Verrückte kennenlernen durfte. Sehr gefreut habe ich mich darüber, daß ich auch Martin Haberer persönlich kennenlernen durfte, von dem ich im Frühsommer einige seiner Eigengewächse erworben habe und der mich sehr beeindruckt hat.


Donnerstag, 30. September 2010

Semperviven in allen Ecken ... - Teil 1

... und Ritzen.

Samstag, 25. September 2010, 12.00 Uhr mittags mitten in Rheinhessen. Viele Menschen im Hof von MajoRahn.


Alle verrückt, so wie ich, verrückt nach Semperviven. Da konnte es sich nur um das Jahrestreffen der Fachgruppe Sempervivum / Jovibarba der Gesellschaft der Staudenfreunde e. V. handeln. Und an diesem Treffen durfte auch ich als Gast teilnehmen. Getroffen habe ich natürlich an diesen Tagen auch die ein oder andere Gartenfreundin.

Obwohl ich schon einmal einen Kurs bei MajoRahn gemacht habe, hatte ich mich noch einmal zum Troggießen angemeldet, da mir bisher die Zeit gefehlt hat, dies einmal zu Hause zu machen und ich so zu einem weiteren Trog für meine Semperviven kommen konnte. Da die gegossenen Tröge ca. 2 Tage trocknen müssen, bevor sie bearbeitet werden können, bekamen wir schon vorgefertigte Tröge, die wir bearbeiten konnten. Nachdem wir die Tröge bearbeitet hatten, haben wir dann noch einmal Tröge gegossen.


Natürlich konnten auch Semperviven erstanden oder getauscht werden. Bei der großen Auswahl hatte ich die Qual der Wahl. Zwei bis drei Semperviven wollte ich eventuell kaufen. Nach Hause gefahren bin ich dann mit mehr als nur einer Kiste voller Semperviven. Die Verkaufskisten sind schon ziemlich geleert, auf dem Boden neben den Tischen lagern ertauschte oder erworbene Semperviven ...


Einer der Semperviven-Freunde hat nicht nur Semperviven zum Hobby, sondern sich auch der Schnitzerei verschrieben und die Fachgruppe überreichte als Gastgeschenk diesen hölzernen Wurzenfreund, der nun künftig MajoRahns Garten zieren wird.


Da wir immer noch nicht genug von Semperviven hatten, ging es am späten Nachmittag noch in eine nahegelegene Staudengärtnerei.


Neben Semperviven gab es vielfältige andere Stauden und so habe ich auch hier noch das ein oder andere Pflänzchen in die Kiste gepackt.


Das gemeinsame Abendessen fand in einem Hotel in Wörrstadt statt. Zuvor habe ich aber mit einer Gartenfreundin noch einen kleinen Abstecher zu einer weiteren Gartenfreundin gemacht. Auch hier sempert es in allen Ecken und Ritzen.








Nach einem gemütlichen Abendessen mit netten Gesprächen, nicht nur über Semps, hörten wir spät noch einen interessanten Vortrag mit beeindruckenden Bildern von Martin Haberer über die Insel Sokrota im arabischen Meer.

Für Sonntag stand der Besuch von zwei Gärten auf dem Programm. Diese folgen in Teil 2.




Sonntag, 15. August 2010

Einmal quer durchs Klostergärtchen

Der Urlaub geht zu Ende und ich hatte bisher keine Zeit meinen Blog ein bißchen zu füttern. Dabei habe ich so viele Bilder gemacht. Aber ein Handwerker ging, der andere kam: Umräumen, aufräumen, wegräumen ... Wer kennt das nicht? . ... Jede freie Minute habe ich dann mit Gärtnern verbracht. Heute nutze ich den verregneten Sonntag, um wieder mal einen Blog-Beitrag zu schreiben.

Das Glücksgärtchen wartet schon seit Jahren auf eine Putzaktion und das Sonnenscheingärtchen bedarf ein wenig der Sanierung. Der Damensalon muß komplett neu gestaltet werden ... Ach, das alles kommt aber meiner neuen Leidenschaft gerade recht: den TAGLILIEN ...
Durch das Fällen der Bäume im Vorgarten haben sich die Lichtverhältnisse verändert. Zwar wird es nicht viel sonniger, aber insgesamt heller, bei Regen bleiben keine trockenen Stellen durch überhängende Zweige und kein Baum zieht das ganze Wasser aus den Beeten.

Aber nun auf zum Streifzug durch das Klostergärtchen. Gleich am Gartentor hat die Natur von selbst dieses bezaubernde Bild geschaffen: Blühendes Gras umschmeichelt die Knospen der Herbstfreude.




Die Hauptblüte der Rosen ist vorbei.



Der für unsere Region ungewohnt strenge Winter hat alle meine Rosen arg strapaziert. Rosika hat erst spät mit der Blüte begonnen, Teasing Georgia blüht wieder und hat noch etliche Knospen.





Knospen von Porta Nigra und Abraham Darby lassen auf eine zweite Blüte hoffen.



Nachdem ich ca. 25 Hibiskusbüsche im Garten habe, deren Blüten und Blätter ich den Schildkröten verfüttere, dient Blue Chiffon ganz allein meiner Augenfreude. Lavender Chiffon ist mir im letzten Winter leider erfroren.



Im Klostergärtchen gibt es viele wilde Malven, auch die mauretanische blaue Malve, und alle säen sich bereitwillig immer wieder aus. Sie alle kommen den Schildkröten zugute. Die Blue Fontaine habe ich für mich in den Garten geholt.



Im Glücksgärtchen-Mauerbeet webt Rozanne blaue Blüten zwischen die creme-grünen Blätter der Great Expectation. Eine Farbkombination, die mir sehr gut gefällt.



Die Taglilien-Blüte für 2010 ist vorüber.



Einzig die Kwanso begleitet mit ihren Blüten noch die Fackellilie und die Früchte der Lampionblume.



Night Embers, eine Namenlose (gekauft als Lullaby Baby) und Moonlit Masquerade sind im Frühsommer 2010 eingezogen. In den letzten beiden Wochen sind etliche hinzugekommen, deren Blüte ich hoffentlich 2011 genießen darf.







Der vergangene kalte Winter hat vielen meiner Pflanzen arg zugesetzt und ich habe etliche Hostas, die in Töpfen saßen, verloren. Aufgrund dessen sind einige neue Hostas eingezogen. Als Stellvertreter für die Neuen hier mal El Nino, der von Österreich nach Deutschland gewandert ist.



Wenn die Blütenfülle im Garten nachläßt, bringen die späten Hostas ihre Blüten ins Spiel. Angesichts der Knospen wächst die Freude darauf ...



Feige und Gewürzlorbeer im Küchengärtchen gab ich verloren. Zum Glück fehlt es mir manchmal an Zeit für die Gartenarbeit und so konnten beide, ebenso wie der Sommerflieder übrigens, von unten neu nachtreiben, bevor ich sie ausgegraben hatte. Als ich den Hauptstamm des Gewürzlorbeers herunterschnitt sah ich, daß auch er schwellende Knsopen trug. Leider zu spät, er war nur noch ca. 1,20 m hoch. Einer der Neuaustriebe hat schon fast einen Meter erreicht.
Dem Lavendel habe ich nun schon zum zweiten Mal einen radikalen Schnitt verpaßt, gnadenlos runter bis ins alte Holz. Das erste Mal, weil ich ihn nicht so gut gepflegt hatte und er sehr verholzt war, das zweite Mal fielen seine schönen neuen Triebe den Baumfällarbeiten zum Opfer. Er hat sich sehr gut erholt. Vor zwei Wochen habe ich das Verblühte entfernt und er blüht sogar noch einmal nach.



Flattermann und Co. freuen sich über die Blüten von Mazedonischer Witwenblume und Samtskabiose.



Vielfältige Farben und zu jeder Jahreszeit schön - Sempervivum.



Die Duftnesseln wandern ebenso durch den Garten wie Akelei und Pfirsichblättrige Glockenblume. Fast in jedem meiner Beete sind sie zu finden. Am schönsten werden sie da, wo sie sich selbst ausgesät haben.



Und mit diesem Bild schließe ich meinen kurzen Streifzug durchs Klostergärtchen für heute. Da ich ja ein ganz neues Beet anlegen kann, hier mal ein Teil der Pflänzchen die dort ihr künftiges Plätzchen haben werden, z. B. die kompakte, halbgefüllte Herbstanemone Pretty Lady Emily, Felberich Autumn Snow und Olivenkraut, mal sehen wie winterhart es ist. Auch Rutenhirse Rehbraun und Eibisch stehen schon bereit. Außerdem sehe ich in freudiger Erwartung noch einem Pflanzenpaket entgegen.
Nicht widerstehen konnte ich bei meinem Kaufrausch auch zwei weiteren Heuchera-Sorten (Obsidian und Ginger Ale) und dem Lungenkraut Majeste, da kommt das Motto "Kommt Pflanze, kommt Platz!" wieder einmal zum Tragen, welcher Gärtner kennt das nicht. :-)